Depeche Mode – Spirit

Depeche Mode (foto: anton corbijn/sony music)

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8

Depeche Mode melden sich zurück: Nach dem bis dato letzten Album „Delta Machine“ (2013) ja nun einige Montage vergangen sind, legt die britische Band mit „Spirit“ nun endlich den Nachfolger vor.

Für die Aufnahmen zu „Spirit“ beschloss die Band, neue Wege zu gehen. Ben Hillier, mit dem Depeche Mode drei Alben aufnahmen, musste weichen. Erstmals arbeiteten Martin Gore und Co.  nun mit dem Produzenten James Ford (Simian Mobile Disco) zusammen, der in den vergangenen Jahren bereits unter anderem für Alben von Florence + The Machine, Arctic Monkeys und Foals verantwortlich zeichnete.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit mit Ford kann sich durchaus sehen lassen. Depeche Mode klingen – ohne sich dabei zu verraten – wuchtiger, drängender, moderner. Viele Spuren, viel Verzerrung, viel Theatralik – und ja, viel Wut. Das lässt sich nicht nur im Sound, sondern auch am Inhalt der Songs ablesen, die zum Teil gesellschaftskritisch und politisch aufgeladen sind. Vor allem die beiden ersten Songs des Albums: Das düstere „Going Backwards“ steckt voller Vorwürfe („We have not evolved (…) turning back our history“) und stellt ein textlich zwar simpel gestricktes, aber effektives Manifest gegen den Populismus dar. Wird sich im Stadion ebenso gut machen wie „Where’s The Revolution?“, in dem sich Depeche Mode noch aufwieglerischer geben als im Opener.

Nicht die einzigen starken Nummern. Das nachdenkliche, atmosphärische „Cover Me“ geht einem direkt unter die Haut. Gahans Blues-Vorliebe, die er ja gewöhnlich mit den Soulsavers auslebt, bricht sich dann in Stücken wie „The Worst Crime“ und „Poison Heart“ Bahn. Gefällt. Ebenso wie die „A Question of Time“-Schwester „So Much Love“ und der „Policy Of Truth“-Bruder „Poorman“.

Insgesamt eine starke Platte, bei der einzig das etwas langatmige „Eternal“ gegenüber dem Rest etwas abfällt. Schön, dass die Alten Herren des Synthie-Rock auch im fortgeschrittenen Alter noch etwas zu sagen haben – und sich auch trauen, die Dinge beim Namen nennen.

 

 

Fazit: Ein Album mit klarer Aussage.

Anspieltipps: Going Backwards, Where’s The Revolution?, Cover Me

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