David Bowie ist tot

Life is a bitch. Gestern stellten wir an dieser Stelle noch seinen neues Video „Lazarus“ vor, heute ist David Bowie tot. Die Welt hat einen Helden verloren. Die Pop-Legende erlag offenbar einem Krebsleiden. Das teilte seine Familie via Facebook mit.

„Look up here, I’m in heaven
I’ve got scars that can’t be seen
I’ve got drama, can’t be stolen
Everybody knows me now“ (David Bowie, „Lazarus“)

„David Bowie verstarb heute friedlich im Kreise seiner Familie nach einem mutigen 18-monatigen Kampf gegen seine Krebserkrankung. Viele von euch werden Anteil an seinem Tod nehmen wollen. Wir bitten euch aber, die Privatsphäre der Familie während der Trauerzeit zu respektieren“, heißt es auf der offiziellen Facebook-Seite des britischen Musikers. Vor der Öffentlichkeit hatte Bowie seine Erkrankung geheim gehalten. Ohnehin gab der Mitbegründer des Glam-Rock in den vergangenen Jahren keine Interviews mehr, die Promo-Arbeit für seine letzten Alben übernahm sein Produzent Tony Visconti.

Auch live gab es den britischen Musiker viele Jahre nicht mehr zu bewundern. Im Oktober 2015 teilte Konzertpromoter John Giddings mit, dass Bowie, der sein letztes Konzert 2004 beim „Hurricane“-Festival im niedersächsischen Scheeßel gab, sich vom Livegeschäft verabschiedet habe. Während seines Gigs beim „Hurricane“ hatte Bowie einen Herzinfakt erlitten. 2006 stand er nochmal zugunsten einer Benefiz-Veranstaltung im New Yorker Hammerstein Ballroom ein letztes Mal auf der Bühne.

Die Nachricht zu Bowies Tod hielten viele erst für eine Inszenierung. Bowies Sohn Duncan Jones aber postete beim Kurznachrichtendienst Twitter, er sei sehr traurig sagen zu müssen, dass die Todesnachricht wahr sei. Dazu veröffentlichte er ein Foto, auf dem er als Kind auf Bowies Schultern sitzt.

Erst vergangene Woche hatte Bowie, der mit dem Model Iman Abdulmajid verheiratet war, ein neues Album auf den Markt gebracht: „Blackstar“, sein 25. Longplayer, erschien am Freitag. Bowies 69. Geburtstag.

Mit etwa 140 Millionen verkauften Platten zählt der Gute zu den erfolgreichsten Künstlern der Musikgeschichte. Der Durchbruch gelang ihm bereits Ende der 60er Jahre. Damals war vor allem in der Rockmusik mit all ihren Facetten unterwegs. „Space Oddity“ wurde 1969 ein Welthit, begeisterte Kritiker und Publikum gleichermaßen.

Bowie, Experimenten ohnehin schon immer zugeneigt, machte ab den Siebzigern den Stilbruch zu einem wiederkehrenden Element seines künstlerischen Schaffens. Regelmäßig erfand sich der Brite neu, sowohl musikalisch als auch optisch. Besonders in Erinnerung blieb die Figur des bisexuellen Ziggy, erschaffen für die LP „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“ (1972). Durch diese Persona wurde Bowie zum Superstar. 1973 schickte er ihn aber in Rente.  „Ziggy“, so gestand er mal in einem Interview, „wouldn’t leave me alone for years. That was when it all started to go sour … My whole personality was affected. It became very dangerous. I really did have doubts about my sanity.“ Nach Ziggy trat Bowie unter anderem als „Major Tom“, „Thin White Duke“ oder „Young American“ auf.

Einem kleinen Karriereknick folgte in den Neunzigern ein Comeback. Anfangs lief’s etwas holprig, die Kritiker maulten – mit seinem 18. Album „Black Tie White Noise“ ließ er sie aber verstummen. Nicht wenige halten diese Platte für eine seiner besten. Bowie selbst übrigens auch.

Er wird fehlen.