Chantal Acda – Bounce Back

Chantal Acda (foto: label)

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8 Glitterhouse / Indigo

8

Zwei Jahre nach ihrer Folk-Perle „The Sparkle In Our Flaws“ meldet sich Chantal Acda mit einem neuen Longplayer zurück. Es ist ein Album der leisen Töne, das die niederländische Singer-Songwriterin, die in Belgien lebt, mit „Bounce Back“ vorlegt. Und ein äußerst gelungenes.

Die Welt hat sich verändert, seit Acda 2015 ihr letztes Album veröffentlichte. „Wir leben in Zeiten des Wandels. Es sind traurige Zeiten, in denen wir leben, aber auch Zeiten der Hoffnung. Und ich hatte das Gefühl, dass diese sich im Wandel befindende Welt eine neue Haltung von mir erforderte. Die Arbeit an diesem Album hat mir dabei geholfen“, sagt Acda über die Entstehung von „Bounce Back“.

Für die Aufnahmen holte sich die Gute den Briten Phill Brown mit ins Boot, der schon mit illustren Namen wie Talk Talk, Mark Hollis und Bob Marley zusammengearbeitet hat. Er passte mit seinem Arbeitsstil hervorragend zur Vision, die Acda für „Bounce Back“ hatte: „Er kommt aus der Ära der Tonbandmaschinen und den guten alten ‚first takes‘. Heutzutage wird alles in Zehn-Sekunden-Abschnitten feingetunt. Plug-ins, Autotune-Effekte und Copy-and-Paste-Verfahren sind heute die Norm“, so die Sängerin. Sie aber wollte ihre Stimme so hören, wie sie auch in Wirklichkeit klingt. Unbearbeitet. Natürlich. „Effekte kommen zwar schon zum Einsatz, aber nur dort, wo sie etwas zur Story der Musik beitragen.“

Klar, diesen Ansatz hört man heraus. Im Fokus des ruhigen, beinahe schon andächtigen Machwerks steht Acdas Mezzosopran. Und das, obwohl die Arrangements der wundervoll instrumentierten Songs, die sich zumeist um Selbstreflexion und Beziehungen drehen, durchaus üppig (im Gegensatz zu den fast peinlich minimalistischen Videos dazu) ausfallen. Akustische und elektrische Gitarren, Klavier, Moog, Bass, Euphonium, Bouzouki, vielfarbiges Schlagwerk – alles dabei und hervorragend gespielt und bedient von einer ausgezeichneten Musiker-Truppe (darunter Shazad Ismaily, Eric Thielemans und Bill Frisell), die eine fast magisch anmutende Klang-Ästhetik schafft.

Fazit: Ein Album zum Schwelgen.

Anspieltipps: Bounce Back, I Need You To Go

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