Brian Wilson – Playback. The Brian Wilson Anthology

Brian Wilson - Playback (foto: rhino)

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8 Rhino

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Er gehört zweifellos zu den genialsten Köpfen des Pop-Zirkus: Beach-Boys-Mastermind Brian Wilson. Rhino feiert den Guten nun mit einer 18 Tracks umfassenden Anthologie, die seine Solo-Karriere beleuchtet. 

Brian Wilson ist das Genie hinter den wichtigsten Werken der Beach Boys. So natürlich auch hinter dem damals unheimlich innovativen Album „Pet Sounds“ (1966), das von sich behaupten kann, „Sgt. Pepper“ von den Beatles maßgeblich beeinflusst zu haben. Allerdings: Genie und Wahnsinn liegen leider oft sehr dicht zusammen. So auch bei Brian Wilson. Der mittlerweile 75-Jährige hatte in seinem Leben immer wieder mit psychischen Problemen und Panikattacken zu kämpfen, die unter anderem dazu führten, dass er ab 1964 nicht mehr live mit den Beach Boys auftreten konnte und sich aufs Songwriting und die Produktion fokussieren musste.

Nach vielen Jahren der Zurückgezogenheit und schweren gesundheitlichen Problemen tauchte Wilson im Jahr 1988 dann etwas überraschend mit seinem Solo-Debüt „Brian Wilson“ wieder im Musik-Biz auf. Es war der Anfang einer ungeheuer produktiven Phase, in die neun Solo-Alben und die Fertigstellung des bis dahin unvollendeten Beach-Boys-Kultalbums „Smile“ fielen.

Die nun vorliegende Compilation versucht, einen Überblick über die Alleinunterhalter-Tage des Herrn Wilson zu geben und präsentiert dabei sowohl Studio- als auch Live-Aufnahmen sowie zwei bisher unveröffentlichte Songs: „Run James Run“ wurde von Brian Wilson eigens für „Playback“ geschrieben, und „Some Sweet Day“ entstand bereits Anfang der neunziger Jahre in Zusammenarbeit mit Andy Paley im Rahmen eines nie vollendeten Projekts, sieht aber jetzt auch erstmals das Licht der Öffentlichkeit.

Die Anthologie beginnt aber mit der Leadsingle seines 1988er Solo-Debüts, dem mittlerweile zum Klassiker avancierten „Love And Mercy“. Die Nummer lieferte ja auch den Titel zum 2015 gedrehten Biopic, in dem die Beach Boys denkwürdig von Paul Dano und John Cusack gespielt wurden. Auch die Spätphase wird nicht vernachlässigt, der eine oder andere Song stammt aus den beiden Alben, die Wilson im Jahr 2004 veröffentlichte: etwa das chillige „Gettin‘ In Over My Head“ aus dem gleichnamigen Album, aus dem auch das immer irgendwie unterschätzte „Soul Searchin'“ stammt, das Wilson um einen Vocaltrack seines 1998 verstorbenen Bruders Carls herumgebastelt hat. Aus dem orchestralen „Brian Wilson Presents Smile“ sind Stücke wie „Surf’s Up“ und „Heros And Villains“ vertreten.

Die Veröffentlichung der beiden Alben trat für Wilson eine Kreativ-Welle los, die vier weitere Alben anstieß. „That Lucky Old Sun“ (2008), aus dem „Midnight’s Another Day“ stammt, „Brian Wilson Reimagines Gershwin“ (2010), das mit „The Like In I Love You“ vertreten ist, „In The Key Of Disney“ (2011), das den Song „Colors Of The Wind“ lieferte, und „No Pier Pressure“ (2015), von dem „One Kind Of Love“ kommt.

Zwei Live-Aufnahmen aus dem 2000er Live-Album „Live At The Roxy Theatre“ runden das Ganze ab: „The First Time“ und „This Isn’t Love“, eine Kollaboration mit dem „Pet Sounds“-Texter Tony Asher.

Nett: Das Booklet zu „Playback: The Brian Wilson Anthology“ enthält eine Auswahl von klassischen Fotos aus Wilsons gesamter Solokarriere sowie ein Foto, das 2017 während der Aufnahmen zu „Run James Run“ im Studio entstand. Die Liner-Notes stammen von David Wild, das Frontcover ziert eine bisher nicht gezeigte Aufnahme von Wilson, die vom legendären Robert Matheu geschossen wurde.

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Fazit: Guter Überblick. Für Einsteiger.

Anspieltipps: Love And Mercy, Gettin‘ In Over My Head, Soul Searchin‘, Surf’s Up

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