Bob Seger – I Knew You When

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7 Capitol

7

Keinen Bock auf Ruhestand: Rock-Größe Bob Seger legt mit „I Knew You When“ sein nunmehr 18. Studioalbum vor. Leise und altersmilde kommt das nicht unbedingt daher.

Keine Frage: Wenn einer den Titel „lebende Legende“ verdient hat, dann einer wie Bob Seger. Der mittlerweile 72-Jährige hat vor allem in den siebziger und achtziger Jahren mit Hits wie „Turn the Page“, „Night Moves“, „Still the Same“, „Old Time Rock and Roll“ und „Like A Rock“, um nur einige zu nennen, Musikgeschichte geschrieben.

Seit Beginn der neunziger Jahre war der Output des guten Bob dann nicht mehr so groß, die Abstände zwischen den Alben wurden größer. Der Rhythmus zuletzt: 1991, 1995, 2006, 2014. Und so hätten wir sein nun vorliegendes 18. Album „I Knew You When“ fast verpasst. Wäre schade gewesen, denn das Ding ist echt hörenswert. Nachdenkliche Balladen wie der Titelsong, den Seger wohl schon vor rund 20 Jahren schrieb, sind da eher die Ausnahme, zumeist wird auf dem Album kräftig gerockt. Bei Nummern wie „The Highway“, „Runaway Train“, „The Sea Inside“ oder „Blue Ridge“ gibt es von dem Mann aus Detroit voll auf die Zwölf. Da behaupte noch mal jemand, Gitarrenmusik sei tot.

Ein ums andere Mal zieht good ol‘ Bob auf diesem Album auch den imaginären Hut vor Kollegen – in Form von stimmigen Cover-Versionen. Die Auswahl ist dabei keineswegs willkürlich. Leonard Cohens „Democracy“ oder Lou Reeds „Busload of Faith“ sind politisch aufgeladen, offenbaren Bob Segers Haltung zur aktuellen Lage in den Vereinigten Staaten. Bei „Gracile“ zieht Seger dann den Hut vor sich selbst: Das Stück erinnert doch stark an seinen Hit „Her Strut“.

Berührend indes: der herzzerreissende „Glenn Song“, eine gefühlvolle Hommage an seinen 2016 verstorbenen Kumpel Glenn Frey (Eagles).

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Fazit: Rockt.

Anspieltipps: Democracy, The Sea Inside, Runaway Train

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