Bleachers – Gone Now

Bleachers (foto: label)

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6 Sony Music

6

Es war ein kleiner Überraschungserfolg, als Fun.-Gitarrist Jack Antonoff vor drei Jahren mit seinem Retro-Pop-Projekt Bleachers das Debütalbum „Strange Desires“ veröffentlichte. Das Ding, das in Zusammenarbeit mit John Hill und Synthpop-Guru Vince Clarke entstand, kletterte immerhin bis auf Platz elf der US-Charts. Mit „Gone Now“ erscheint nun der lang erwartete Nachfolger. Antonoff bleibt sich auf der Scheibe treu.

Will heißen: Es wird wieder kräftig der Geist der achtziger Jahre geatmet, jener Zeit, in der der gute Jack eben noch ein kleiner Steppke war. Um sich in die entsprechende Stimmung für die Aufnahmen zu bringen, packte der Gute alle noch verfügbaren Sachen aus seinem einstigen Jugendzimmer in New Jersey zusammen und richtete sich in seinem New Yorker Apartment ein Tonstudio ein. Dort, umgeben von alten Punkkonzert-Postern, Baseball-Trophäen und Star Wars-Figuren, nahm der 33-jährige die Songs für „Gone Now“ auf. „Ich wollte die Lieder aus den Lautsprechern hören, aus denen ich zum ersten Mal ‚Graceland‘ oder die Smashing Pumpkins im Radio gehört hatte“, erklärt er. 

Ein Glanzlicht des Albums ist sicherlich die bittersüße Eighties-Pop-Nummer „Don’t Take The Money“. „‚Don’t Take The Money‘ ist ein Satz, den ich in meinem Kopf die ganze Zeit vor mich hin sage”, erklärt Antonoff. „Er hat aber nicht wirklich etwas mit Geld zu tun. Er bedeutet so viel wie: ‚Folge dem Licht. Ignoriere dein Bauchgefühl nicht‘. Ich wiederhole diesen Satz, wenn ich meinen Weg konsequent weiter gehen will. Ganz konkret handelt der Song von meiner Beziehung. Die Strophe und der Refrain führen durch die Vergangenheit bis hin zu jener Euphorie, die man nach dem Überwinden aller Schwierigkeiten verspürt, wenn man zusammen mit einer anderen Person das Licht sieht.“

Auch“Goodmorning“ – vollständig nur mit Schlumpf-Sample, Piano und Kuhglocke – macht einigermaßen Laune. „I Miss Those Days“ lädt zum Cruisen ein. Und auch das hymnische „Everybody Lost Somebody“ und das eingängige, regelrecht zum Mitwippen animierende „Hate That You Know Me“ wissen zu überzeugen.

Die einzelnen Songs sind zwar allesamt mindestens in Ordnung, insgesamt wirkt das Album streckenweise jedoch arg überproduziert und in seiner Gesamtheit erschlagend. Zum kompletten Eben-mal-so-Durchhören lädt das Ganze daher nicht wirklich ein.

Fazit: Antonoff drückt alle Nostalgie-Buttons, die er finden kann.

Anspieltipps: Don’t Take That Money, Goodmorning, I Miss Those Days, Hate That You Know Me, Everybody Lost Somebody

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