American Gods – Staffel 1

American Gods (foto: verleih)

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7 Studiocanal

7

Amazon hat einen Klassiker der Fantasy-Literatur zum Leben erweckt – und wie. Sex and Crime, wohin man schaut. Die erste Staffel der gefeierten Serie „American Gods“ liegt nun fürs Heimkino vor. 

Gerade aus dem Gefängnis entlassen, trifft Shadow Moon (Ricky Whittle) auf den geheimnisvollen Mr. Wednesday (Ian McShane). Eine schicksalhafte Begegnung, die sein Leben für immer verändern wird. Tief verletzt vom tragischen Unfall-Tod seiner Frau Laura (Emily Browning) wird Shadow unterwartet als Bodyguard von Mr. Wednesday engagiert und findet sich schnell in einer mysteriösen Welt wieder. Eine geheime Welt, in der Magie real ist und die alten Götter sowohl ihre Bedeutungslosigkeit als auch die durch Technologie und Medien zunehmende Macht der neuen Götter fürchten. Mr. Wednesday versucht, die alten Götter zusammenzubringen, um mit einer Armee ihr Dasein in diesem neuen Amerika zu verteidigen und den Einfluss, den sie in früheren Zeiten genossen haben, wiederzuerlangen. Shadow hingegen fällt es auf dem Roadtrip durchs Land schwer, diese neue Realität und seinen Platz in ihr zu akzeptieren.

Es ist zunächst nicht ganz einfach, bei der Geschichte durchzusteigen, die Neil Gaiman 2001 auf 500 Seiten niedergeschrieben hat (der Autor wirkt hier nun als Produzent), durchzusteigen. Dauert ein bisschen, diesem Trip zu folgen, bei dem eingewanderte Gottheiten – afrikanische, skandinavische, irische, osteuropäische – gegen die Götzen der Neuen Welt in den Ring steigen. Bis man alles geschnallt hat, ist aber schon reichlich Blut geflossen und gevögelt worden. Recht verstörend, nichts für schwache Nerven. Aber was will man erwarten: Co-Autor und Produzent Bryan Fuller war für die Serie „Hannibal“ verantwortlich, und Michael Green, der Dritte im Producer-Team, wirkte zuvor für „X-Men“ und „Alien“. Man könnte das Ganze jetzt als reine Lust am Gemetzel abtun, dennoch wirkt die Reihe aktueller denn je: Immerhin geht es hier um den ewigen Kampf zwischen Abgehängten und Bessersituierten. Eine Parabel auf das Trump-Amerika.

Fazit: Die Götter müssen verrückt sein.

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