Alan Rickman ist tot

Alan Rickman (foto: wikimedia/marie-lan nguyen)

Nach David Bowie verliert Großbritannien binnen weniger Tage den nächsten großen Künstler: Schauspieler und Regisseur Alan Rickman ist heute im Alter von 69 Jahren an Krebs gestorben. Auf der großen Leinwand war er meist als Bösewicht zu sehen. Zu seinen bekanntesten Rollen gehörte die des Professors Severus Snape in acht „Harry Potter“-Filmen.

Es war diese Ambivalenz, die Rickman Snape verlieh und ihn so zu einer der eindringlichsten Figuren der Filmreihe machte. Diese Mixtur aus Unterkühltheit, Intelligenz und Blasiertheit einerseits, das unterschwellig Sympathische andererseits – die konnte nur Alan Rickman so anrühren.

Wo wir es gerade von Paraderollen haben: Eine solche war auch die des Metatrons in Kevin Smiths Komödie „Dogma“ von 1999. Da spielte er einen zwischen den Geschlechtern määandernden Engel, der nach dem Verschwinden Gottes die Verantwortung trägt, Himmel und Erde irgendwie zusammenzuhalten.

In „Robin Hood – König der Diebe“ mit Kevin Coster gab Rickman den fiesen Sheriff von Nottingham. Erste Bekanntheit hatte er allerdings bereits Jahre vorher erlangt: Im Jahr 1988 als Hans Gruber, den Antagonisten von Bruce Willis in „Stirb Langsam“. Damals hatte er das für Hollywood bereits biblische Alter von 42 erreicht und war erst kurz zuvor nach Los Angeles gezogen.

Bekannt war Rickman vor allem für seinen finsteren Blick und die schneidende Stimme. Klar, dass der 1946 in Acton (West London) geborene Rickman daher gern für Schurkenrollen besetzt wurde. Seinen Durchbruch am Theater feierte er 1985 als Vicomte de Valmont in einer Theateraufführung von „Gefährliche Liebschaften“.

Seine letzte größere Rolle hatte Rickman in dem Film „Der Butler“ (2013) als Ronald Reagan.

Zweimal führte Rickman übrigens auch Regie: 1997 bei „The Winter Guest“, der jedoch nie in deutschen Kinos gezeigt wurde, und 2014 bei dem Kostümfilm „Die Gärtnerin von Versailles“, in dem den Sonnenkönigs Ludwig XIV. gab. Danach ließ der Krebs nur noch eine weitere Rolle zu: in dem Thriller „Eye in the Sky“, der im April in die britischen Kinos kommen soll.

Der Schauspieler hinterlässt seine Ehefrau, die Politikerin Rima Hurton (68), mit der er über 40 Jahre zusammen war, sie aber erst 2012 heiratete. Wie auch David Bowie hielt Rickman seine Erkrankung vor der Öffentlichkeit geheim.