Neu im DVD-Regal: Februar 2016

Neu im DVD-Regal: Februar 2016

FILME

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American Ultra

Studio: Concorde VÖ: 2016

Mike (Jesse Eisenberg) lebt mit seiner Freundin Phoebe (Kristen Stewart) in einer US-Kleinstadt. Aber seine verschlafene Stoner-Welt wird mit einem Schlag zerstört nachdem er herausfindet, dass er eigentlich ein CIA Schläfer-Agent mit tödlichen Kampfskills ist. Nicht nur das: Er ist auch das Ziel eines von der Regierung beauftragten Scharfschützen. Mike – eigentlich der ultimative Slacker und ein eher ungeeigneter Anwärter für einen Superhelden – verwandelt sich in eine Ultra-Kampfmaschine, denn Phoebe und er müssen nun um ihr Leben kämpfen …

Drehbuchautor Max Landis hat ein Herz für Loser. Das hat er schon in seinem Superheldenfilm „Chronicle“ bewiesen. Ein Film, der versucht hat, Comic mit Ernst zu verknüpfen. Klappte nur so lala. Ein ähnliches Problem hat „American Ultra“. Einerseits sehr albern, dann aber wiederum in seinen Action-Szenen sehr explizit. Als hätten sich Landis und Regisseur Nima Nourizadeh nicht auf ein Genre einigen können. Getragen wir der Streifen vor allem durch seine Hauptdarsteller. Jesse Eisenberg hat’s einfach drauf, vor allem wenn er solche Charaktere wie „Mike“ spielen darf. Intelligent, sensibel, aber im Zwischenmenschlichen nur bedingt zu Hause. Kristen Stewart, die bereits in „Adventureland“ mit Eisenberg drehte, weiß ebenfalls zu überzeugen und sorgt dafür, dass das melodramatische Element nicht zu kurz kommt.

 

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Gottes General – Schlacht um die Freiheit

Studio: Pandastorm VÖ: 2016

Wir schreiben das Jahr 1926. Mexiko. Wenige Jahre nach der Revolution bricht erneut ein blutiger Bürgerkrieg aus. Als Präsident Calles (Rubén Blades) Kirchen stürmen und Priester ermorden lässt, kommt es zu einem Volksaufstand. Es bildet sich eine Widerstandsbewegung, die sogenannte Cristeros, die fortan einen erbitterten Freiheitskampf führt. Die Cristeros rekrutieren General Gorostietas (Andy Garcia), der aus den einzelnen Gruppen von Desperados, bewaffneten Priestern und Bauern eine schlagkräftige, überlebensfähige Armee formen soll. Mit einer ausgeklügelten Guerilla-Taktik gelingt es dem charismatischen General, den übermächtigen Regierungstruppen schwere Verluste zuzufügen. Als Präsident Calles mit den USA die Lieferung von Maschinengewehren und Kampfflugzeugen vereinbart, droht sich jedoch das Blatt zu wenden. Den tapferen Frauen und Männern der Cristeros steht nun eine entscheidende Schlacht bevor, in der entweder der Sieg der Freiheit oder der Tod auf sie wartet…

Hat ein bisschen gedauert, bis dieser Streifen den Weg in unsere DVD-Regale gefunden hat. Stammt ja immerhin aus dem Jahr 2012. Seltsam eigentlich, hat er doch damals einige Aufmerksamkeit generiert. Sei’s drum. Mag vielleicht daran liegen, dass der Film nicht ganz das gehalten hat, was der hochdramatische Stoff versprochen hatte. Ist zwar bildgewaltig, aber ein bisschen oberflächlich geraten, weil die Macher um Regisseur Dean Wright zu viel reingepackt und wenig klare Kante gezeigt haben. Eine richtige Beziehung vermag man zu den Helden, den Widerstandskämpfern, auch nicht aufbauen. Schade eigentlich. Letztlich wird sich „Gottes General“ alleine über die Besetzung verkaufen: Andy Garcia ist dabei, ebenso Oscar Isaac, Eva Longoria und in seiner vorletzten Filmrolle die Legende Peter O’Toole. Wer auf mexikanisches und lateinamerikanisches Kino steht, wird hier auch das eine oder andere bekannte Gesicht entdecken.  Der Soundtrack wurde übrigens vom mehrfachen Oscar-Preisträger James Horner (Titanic, Avatar) komponiert.

 

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Shirley

Studio: Good Movies VÖ: 2016

Man kennt das. Man steht im Museum vor einem Kunstwerk, ein Bild bewundernd, und fragt sich: Was mag der oder die Abgebildete gerade denken? Was mag er fühlen? Der Künstler Edward Hopper war so einer, der solche Bilder, die einem derlei Rätsel aufgaben, malen konnte. Seine melancholischen. oft durchs Kino geprägten Bilder haben viele Menschen inspiriert. Darunter Alfred Hitchcock, der das Bates Motel aus „Psycho“ nach Hopper’schem Vorbild schuf. Nun hat der Österreicher Gustav Deutsch sich daran gewagt, Kunstwerke des Malers zu entschlüsseln. Und so hat er 13 Bilder mit viel Liebe zum Detail in einem Filmstudio als Kulissen nachgebaut und einen Film daraus inszeniert. In ihm erzählt er die Geschichte von Shirley (Stephanie Cumming), einer jungen Frau im Amerika der 30er, 40er und 50er Jahre. Deutsch selbst bezeichnet seine Heldin als Kreuzung aus Orlando und Forrest Gump, denn er hat ihr privates Leben über drei Jahrzehnte hindurch mit einer Chronik der US-amerikanischen Geschichte verknüpft, die von der großen Depression, über den Zweiten Weltkrieg und den Kalten Krieg bis zur Kommunistenhatz unter McCarthy und der schwarzen Bürgerrechtsbewegung reicht. In der Verbindung dieser Geschichte mit den Bildern und der Sichtweise Edward Hoppers ist so in der Tat mehr als eine Hommage entstanden: ein eigenes Kunstwerk.

 

SERIEN

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Dominion – Season 1

Studio: Universal VÖ: 2016

2010 lief der Horror-Action-B-Movie „Legion“ in den deutschen Kinos. Kommerziell durchaus erfolgreich, von Kritik und Zuschauern jetzt aber auch nicht mit Lob überhäuft. War aber wohl kommerziell erfolgreich genug, um sich an eine Forsetzung zu wagen. Und zwar als Serie. Für „Dominion“ zeichnen Autor Scott Charles Stewart und Autor Vaun Wilmott („Sons of Anarchy“) verantwortlich. Und so geht der unerbittliche Kampf zwischen Menschen und Engeln weiter.

Die Story setzt 25 Jahre nach „Legion“ an: Gott ist verschwunden. Mit Hilfe des Erzengels Michael erwachen vier wehrhafte Städte aus der Asche des vergangenen Krieges. Die Überlebenden halten einen jungen, rebellischen Krieger (Christopher Egan) für den auserwählten Erlöser, was erneut eine Schlacht zwischen Himmel und Erde entfacht. Die Engel in dieser postapokalyptischen Welt sind nicht nur real, sondern auch erbitterte Todfeinde des Menschen.

„Dominion“ ist überraschend gut geraten. „Legion“ braucht man nicht unbedingt gesehen zu haben, um der Handlung folgen zu können. Die Darsteller sind gar nicht mal so schlecht, allen voran Anthony Stewart Head und Tom Wisdom. Kann man sich durchaus anschauen, wenn man zu dem Genre eine prinzipielle Affinität hat. Die Effekte sind in Ordnung, wirken nicht allzu billig – für ein SyFy-Format nicht selbstverständlich.