Vanity ist tot

Vanity ist tot

2016 entwickeln wir uns langsam aber sicher zum Kondolenzbuch: Nun hat es auch Sängerin Vanity erwischt. Der ehemalige Prince-Schützling starb gestern im Alter von 57 Jahren in Kalifornien an Nierenversagen.

Prince und Denise Matthews, wie Vanity bürgerlich hieß, lernten sich 1980 bei einer Preisverleihung kennen. Die Kanadierin hatte damals kleine Rollen in B-Filmen gehabt, arbeitete aber auch als Model. Prince wählte sie als Hauptsängerin für die von ihm erdachte Girl-Group Vanity 6 aus, den vom ihm ursprünglich vorgeschlagenen Künstlernamen „Vagina“ lehnte die Gute dabei jedoch ab. So wurde aus Denise Matthews letztlich Vanity.

Sex war Dreh- und Angelpunkt ihres musikalischen Schaffens. Als die Eltern-Lobbygruppe PMRC, die später unter anderem für die „Parental Advisory“-Sticker auf Tonträgern sorgte, 1985 die Liste der 15 anstößigsten Lieder veröffentlichte, war Vanity darauf vertreten – mit ihrem Song „Strap on Robbie Baby“. Auch ihr früherer Liebhaber Prince („Darling Nikki“) und ihr zukünftiger Verlobter Nikki Sixx mit Mötley Crüe („Bastard“) waren darauf zu finden.

Vanity 6 veröffentlichten ihr Debütalbum 1982, die meisten Lieder stammten aus der Feder von Prince, darunter auch die erfolgreichste Single „Nasty Girl“. Prince und Vanity pflegten auch eine romantische Beziehung, die 1983 endete. Vanity verließ die Band und wurde durch Patricia Kotero ersetzt, genannt Apollonia, die auch die weibliche Hauptrolle in Prince‘ erfolgreichem Musikfilm „Purple Rain“ übernahm. Aus Vanity 6 wurde  daher Apollonia 6. Vanity widmete sich derweil ihrer Solokarriere, haute auch zwei Alben auf dem Motown-Label raus und versuchte sich als Schauspielerin. Zu sehen war sie etwa in „Action Jackson“ (1988).
Auch für den Boulevard blieb sie ein Thema – dank Beziehungen zu Adam Ant, Billy Idol oder eben Nikki Sixx. Zweimal war sie im Playboy zu bewundern. Der Erfolg bekam ihr nicht: Sie wurde kokainsüchtig, rauchte sogar Crack und bekam schwere gesundheitliche Probleme, die sie schon in den Neunziger Jahren fast das Leben kosteten. Im Jahr 1994 war sie laut „The Hollywood Reporter“ beinahe an einer Überdosis gestorben. 1997 erhielt sie eine neue Niere. Danach wandte sie sich dem christlichen Glauben zu und leistete in ihrer Autobiografie „Blame it on Vanity“ Abbitte für ihre schmutzigen Songs aus den Achtziger Jahren.

2015 verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand dann wieder, bei Matthews wurde eine seltene Nierenerkrankung diagnostiziert. Mittels einer Crowdfunding-Kampagne versuchte die Musikerin die Kosten für ihre medizinische Behandlung zu decken, jedoch ohne Erfolg: Sie blieb rund 43.000 US-Dollar unter ihrem angestrebten Betrag.