AfD kann Slime-Auftritt nicht verhindern

Die Alternative für Deutschland (AfD) konnte ihren Antrag, den Auftritt der Punkband Slime beim Hamburger Hafengeburtstag zu verbieten, nicht durchsetzen. Die Partei hatte ihren Antrag mit Linksextremismus der Band begründet. Die Hamburger Bürgschaft lehnte den Antrag jedoch mit 98:5 Stimmen ab.

Die AfD bezieht sich in ihrem Antrag auf zwei Lieder der seit Ende der 70er Jahre aktiven Deutschpunks. Beide Songs stellten laut AfD eine Gefahr fürs Grundgesetz dar: „Bullenschweine“ und „Deutschland“. Dabei hat die Partei jedoch übersehen, dass „Bullenschweine“ seit 2011 auf dem Index steht und nicht mehr live gespielt werden darf. „Deutschland“ hingegen wurde, trotz umstrittener Zeilen wie „Deutschland muss sterben, damit wir leben können“, bereits im Jahr 2000 als „Kunst im Sinne des Grundgesetzes“ eingeordnet.

Die Punkband bedankte sich derweil für die unfreiwillige, kostenlose Werbung der AfD für den neuen Slime-Song „Sie wollen wieder schießen dürfen“, indem die linken Hamburger das große Comeback rechter Tendenzen thematisieren. Die Erlöse aus „Sie wollen wieder schießen dürfen“ gehen gesammelt an Pro Asyl.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die AfD gegen Slime vorgehen möchte. Bereits 2015 kritisierte die Partei die kulturpolitische Förderung des MS Dockville Festivals im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, bei dem Slime 2010 auftraten.

Ach ja:

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